Ich hoffe immer, dass die Menschen sich ausreichend über eine Rasse informieren, bevor sie sich dazu entschließen, ein Exemplar derselbigen in ihr Haus aufzunehmen. Oft genug ist das der Fall, aber manchmal eben auch nicht. Dann gibt es im Grunde zwei Möglichkeiten: Entweder man lernt ganz schnell dazu und findet es aufregend und spannend, etwas ganz Neues, Unerwartetes in sein Leben zu lassen. Oder aber der Hund ist es Schuld. Dann gibt es diverse Ausreden, warum dieser Hund schwierig ist. Man hat neue Methoden ausprobiert, man hat ihn eingeschränkt, man hat einen Trainer nach dem nächsten gebucht. Hat alles getan, aber der blöde Hund ist und bleibt schwierig.

Ich bezweifele das stark. In den allermeisten Fällen liegt es am Menschen. An seine Unfähigkeit der Selbstreflektion, der Einsicht, dass man sich ändern muss, dass man die Dinge nicht so einfach sehen darf. Hüte- und Jagdhunde benötigen unsere Zeit, sehr viel Zeit. Wenn sie die nicht bekommen, sind sie unausgelastet und unzufrieden, letztendlich sogar aggressiv oder sie bellen viel. Daran ändert auch der neue Trainer nichts oder das Zimmer, in das der Hund gesperrt wird, damit er „zur Ruhe“ kommt.

Jeder, der halbwegs bei Verstand ist, sollte erkennen, dass ein solcher Hund, der dazu gezüchtet wurde, einem Jäger oder Hirten tagtäglich über Stunden zu begleiten und zu helfen, dieses auch braucht, wenn er Familienhund ist. In anderer Form natürlich und mit Überlegung. Aber es geht, es liegt nur an uns…